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Wo bleibt das Willy-Gefühl?

Ein Theologe und Sozialdemokrat über die Wahlen, die politischen Herausforderungen und die Rolle der SPD
von Friedrich Schorlemmer vom 09.09.2016
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Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Die einen liegen hinter uns, die anderen stehen bevor. Auch die SPD hat eingebüßt, ist aber in Schwerin stärkste Partei geblieben. Es hat sich ausgezahlt, dass sie Kurs gehalten hat. Doch sie muss nun alles tun, damit sie als Interessenvertreterin der Verlierer oder Abgehängten wahrgenommen wird, die sich den Sorgen der sogenannten einfachen Leute annimmt und zugleich die Mittelschicht stärkt. Die finanzielle Ausstattung der Kommunen lässt zu wünschen übrig. Doch sie sind die Brutstätten der Demokratie – und auch der Stammtische. Jeder fünfte Wähler hat mehr auf dem Herzen, als er politisch aufgegriffen empfand. Die AfD konnte aus dem Stand ein Frustpotenzial an sich binden, das einfache und schnelle Lösungen suggeriert. Damit Populisten nicht weiter leichtes Spiel haben, sollte die SPD instrumentalisierte Ängste nicht abwiegeln. Sie sollte sie aufgreifen und durch eine real erlebbare Sozialpolitik auszuräumen trachten, ohne Probleme kleinzureden. Das ist schwer, wo es gegen »die da oben« geht oder wo es heißt: »An uns denkt keiner, aber den Flüchtlingen wird alles vorne und hinten reingesteckt.«

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