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Richard Wagner und die Bayreuther Festspiele
Und die Religion ward Oper

Richard Wagner wollte die »erhabensten Mysterien« des Christentums in Szene setzen. Vor genau 150 Jahren aber etablierte er die Bayreuther Festspiele als Wallfahrtsziel für seine eigene Gemeinde.
von Paul Kreiner vom 25.07.2026
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Der Gral erglüht: Das Abendmahl, wie Richard Wagner es darstellt. Eine zentrale Szene aus dem »Parsifal«, aufgenommen bei den Bayreuther Festspielen 2012. (Foto: Bayreuther Festspiele GmbH / Bildarchiv / Enrico Nawrath)
Der Gral erglüht: Das Abendmahl, wie Richard Wagner es darstellt. Eine zentrale Szene aus dem »Parsifal«, aufgenommen bei den Bayreuther Festspielen 2012. (Foto: Bayreuther Festspiele GmbH / Bildarchiv / Enrico Nawrath)

Erste Hälfte des 19. Jahrhunderts. Auch eine jener Epochen, in der das Volk seinen Kirchen entgleitet – und der hergebrachte christliche Glaube dem Volk. Revolutionsgebrause, massenhafte Verelendung der Industriearbeiter, Rationalisierung, Technisierung, Aufschwung stolzer Wissenschaften. Auch der theologischen: die Leben-Jesu-Forschung um David Friedrich Strauß will den »wahren« Jesus unter der dogmatischen Tünche der Kirchen freilegen und erschüttert deren Interpretationsmacht. Die Religion entfernt sich vom Leben. »Künstlich« wird sie. Deshalb, so schreibt ein Komponist, »muss Kunst den Kern der Religion, ihre mythischen Symbole, retten«. Kunst muss – was die Altkirchen nicht mehr schaffen – »die in diesen Symbolen verborgene tiefe Wahrheit durch ideale Darstellung erkennen lassen«. Kunst wird Religion, Religion wird Kunst und im Idealfall, wegen ihrer ins Innerste dringenden Gewalt, Musik.

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