Ministerium streicht Förderung
Queerem Jugendverband droht das Aus
Lambda, dem einzigen bundesweiten Jugendverband für queere Jugendliche, droht nach 36 Jahren das Ende. Seit den 1990er-Jahren wird Lambda durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert, seit 2018 mit einer Rahmenvereinbarung. Nun wurde diese Förderung aus dem Kinder- und Jugendplan des Bundes zum Jahresende gekündigt. Damit verliere der Verband, mit jährlich 300 000 Euro, seine wichtigste finanzielle Grundlage. Lambda berät, vernetzt und stärkt queere Jugendliche bundesweit. In einem offenen Brief fordert Lambda Bundesministerin Karin Prien (CDU) auf, die Entscheidung zurückzunehmen. Emily Schunk aus dem Lambda-Vorstand sagt: »Wir haben keine Erklärung bekommen, außer dass gespart werden müsse.« Unterstützung erhält der Verband unter anderem vom Deutschen Bundesjugendring, der die Interessen von rund sechs Millionen Jugendlichen in Deutschland vertritt. »In einer Zeit, in der queerfeindliche Diskurse lauter werden und junge queere Menschen zunehmend Diskriminierung und Ausgrenzung erfahren, braucht es verlässliche Orte der Unterstützung, Beteiligung und Selbstorganisation«, heißt es in einem Appell auf der Homepage des Bundesjugendrings. Mehr als 40 Organisationen, darunter der BDKJ und die Jugend des Deutschen Alpenvereins, haben sich dem Appell bereits angeschlossen.

