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Spielen

Ein zweckfreies, keinesfalls jedoch sinnloses Unternehmen. Es macht Spaß und entzieht sich dem Nützlichkeitsdenken. Und merke: Nur einer kann gewinnen. Alle anderen üben sich erfolgreich in der Erfahrung des Verlierens
von Susanne Krahe vom 27.07.2012
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Im Fernsehen läuft eine Live-Übertragung von den Olympischen Spielen. Um mich aus der Anspannung zu lösen, in die der Endlauf der Sprinter mich versetzt, blättere ich durchs Neue Testament, das mit Wettkampf und Spielen nicht allzu viel zu schaffen hat – denke ich. Von wegen! Ausgerechnet bei Paulus lese ich: »Wisst ihr nicht, dass die, die in der Kampfbahn laufen, die laufen alle, aber nur einer empfängt den Siegespreis ... Ich aber laufe nicht wie aufs Ungewisse; ich kämpfe mit der Faust, nicht wie einer in die Luft schlägt, sondern ich bezwinge meinen Leib und zähme ihn …« (1. Korinther 9, 24-27). Paulus als Langläufer und Faustkämpfer? Na, in einer Olympia-Mannschaft kann ich ihn mir wirklich nicht vorstellen. Mein Bild von der körperlichen Ausstattung dieses kranken Mannes lässt seine Bemerkung nur mit einer Portion Belustigung stehen, wo sie steht. Ganz schön gewagt!

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