Zur mobilen Webseite zurückkehren

Der Schrei der Amsel

Harald Poelchau, Gefängnispfarrer des Widerstands, besuchte die Menschen in der Todeszelle: »Sie waren für die Freiheit des Gewissens gestorben. Wir waren uns nah.«
von Irene Dänzer-Vanotti vom 27.07.2012
Artikel vorlesen lassen

Diese Geschichte könnte mit einem Garten beginnen. Dann klingt sie wenigstens zu Beginn noch ein bisschen leichter. »Der Dienstgarten war mit seinem großen Apfelbaum, der Himbeerhecke und den vielen Blumen ein kleines Paradies«, schreibt Harald Poelchau in seinen Erinnerungen. Himbeerbüsche wachsen auch im Schatten hoher Mauern. Zwischen der Wand des Gefängnisses Berlin-Tegel und der Außenmauer lag der Dienstgarten des Gefängnispfarrers. Er konnte dort zur Entspannung Unkraut zupfen oder Äpfel ernten – und vor allem frei reden. Denn seltsamerweise konnten die Beamten den Garten nicht einsehen, nicht einmal abhören. Das kleine Paradies blieb also auch in den schlimmsten Zeiten der Verfolgung fern der nationalsozialistischen Justiz.

  Gedruckt + Digital  
  Digital  

Hören Sie diesen Artikel weiter mit P F plus:

4 Wochen freier Zugang zu allen P F plus Artikeln inklusive ihh Payper.

Jetzt für 1,00 Euro testen!

Publik-Forum
Publik-Forum
Einen Moment bitte...
0:000:00
1.0