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»Ein neues Wir-Gefühl fehlt«

Muslimische Verbände wollen Muslime vertreten. Aber tun sie das eigentlich?
von Lamya Kaddor vom 08.07.2016
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Die Vereine der Muslime in Deutschland sind im Ursprung Kulturverbände; die meisten sind in den 1970er-Jahren entstanden. Leider haben sich viele davon bis heute nicht von den Herkunftsländern ihrer Mitglieder emanzipiert. Man sieht das derzeit im Streit um die Armenier-Resolution des Bundestages. Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib) maßt sich an, politisch Position zu beziehen, und zwar so, als ob damit für die Türken in Deutschland gesprochen werde. Zugleich schreibt sich der Verein die Pflege von Religion auf die Fahne. Man bekommt unweigerlich den Eindruck, dass sich politische Interessen mit religiösen vermischen. Und dann schlägt sich die Ditib auch noch eindeutig auf eine Seite, auf die des türkischen Staatspräsidenten. Drohgebärden gegen Menschen, die anderer Meinung sind, werden billigend in Kauf genommen. Ich finde das unerträglich. Momentan poste ich im Internet so gut wie nichts Kritisches mehr zur türkischen Regierung. Man muss mit wilden Beschimpfungen rechnen. Tragisch, dass so der Diskurs über die Regierung eines Landes unterbunden wird. Aber ich habe keine Lust auf noch mehr Hass-Tweets und -Posts.

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