IW-Studie
Wenn Babyboomer in Rente gehen
Der Renteneintritt der Babyboomer-Generation wird den deutschen Arbeitsmarkt einer Prognose zufolge stärker treffen als zuletzt angenommen. »Am Ende fehlt ein Potenzial von mehr als vier Millionen Arbeitskräften«, heißt es in einer Berechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Damit werde die Lücke um etwa 1,3 Millionen größer als bisher erwartet. Vor zwei Jahren sei die Prognose noch von einer Lücke von drei Millionen ausgegangen.
Die Bevölkerung schrumpfe schneller als angenommen, betont das Kölner Institut. 2024 habe man noch damit gerechnet, dass Deutschland bis 2040 wächst. Doch im vergangenen Jahr ging die Bevölkerungszahl laut Statistischem Bundesamt erstmals seit vielen Jahren wieder zurück. Diese Entwicklung wurde bislang durch Zuwanderung wieder ausgeglichen, heißt es weiter. Allerdings sei die Zahl der Zuzüge stark gesunken. Als eine Ursache dafür nennt das IW die Migrationswende der Bundesregierung. Dadurch kämen deutlich weniger neue Einwanderer nach Deutschland. Außerdem habe das Interesse an Deutschland »auch wegen der anhaltenden Schwäche der Wirtschaft und wachsender Arbeitsmarktprobleme« abgenommen.

