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Pro und Contra
Geschlechtergerecht schreiben?

Vor zwei Wochen hat der »Rat für deutsche Rechtschreibung« getagt. Es ging dabei auch um geschlechter- gerechtes Schreiben. Die Debatte ist hitzig: Sollten Binnen-I und das Gendersternchen * künftig im Duden, in Zeitungsartikeln und in amtlichen Dokumenten stehen, damit sich alle Menschen berücksichtigt fühlen?
vom 22.06.2018
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Ja, das ist angemessen

Ich verstehe nicht, warum man gegen das Bemühen ankämpfen sollte, dass man diejenigen die man meint, auch benennt. Klar sind wir alle Menschen, aber in der sozialen Realität sind manche eben doch gleicher als andere. Das Argument, geschlechtergerechte Sprache würde den Lesefluss stören, empfinde ich als vorgeschobene Ausrede. Auf die komplizierten Schrägstrichkonstruktionen der frühen Bemühungen um geschlechtergerechte Sprache mag das ja zutreffen. Aber gerade Binnen-I oder Genderstern stören wenig beim Lesen. Ein anderes Gegenargument lautet, das »generische Maskulinum« sage nichts über das Geschlecht, »Lehrer« sei einfach die Grundform. Da bleibt es dennoch das Problem, dass »Lehrerin« die weibliche Sonderform ist, die nur Frauen markiert. Es ist real, dass zwischen Männern und Frauen unterschieden wurde und immer noch wird. Und dass das Kuriosum, ausnahmsweise von Frauen zu sprechen, mit -in markiert wird. Für Männer gibt es leider keine solche Sonderform, sie sind keine »Lehreriche«, sondern »Lehrer«, ganz normal eben. Der Genderstern drückt am besten aus, dass alle Geschlechter gemeint sind. Und seit es ihn gibt, werden Binnen-I und weibliche Formen leichter akzeptiert. Man denkt zumindest mal darüber nach, von wem man sprechen will und wie man es ausdrückt. Gut so! Denn das Mantra, mit dem generischen Maskulinum seien doch alle Geschlechter »mitgemeint«, hält empirischen Untersuchungen nicht stand. Es mag ja sogar sein, dass jemand, der das generische Maskulinum verwendet, dabei auch Frauen, Transmenschen, Genderqueere im Kopf hat. Aber woher soll die Leserin das wissen, wenn es doch nicht da steht? Es ist doch die Funktion von Sprache, das, was in unseren Köpfen ist, auch möglichst so, wie wir es meinen, unserem Gegenüber zu transportieren. Unsere Sprache hat sich längst geändert, wie Sprache es eben tut. Es ist an der Zeit, dass Duden und Dokumente diese Wirklichkeit abbilden.

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