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Pro und Contra
Müssen Christen alle aufnehmen?

Die Frage »Kann man mit der Bibel Politik machen?« stellt sich heute in Bezug auf Flüchtlinge: Lässt sich das biblische Gebot, den Fremden aufzunehmen, auf die aktuelle Asylpolitik übertragen? Kritiker halten diese Position für gefährlich und schädlich für das Gemeinwohl. Müssen wir also alle willkommen heißen?
vom 23.06.2017
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Ja, das ist biblisches Gebot

Das biblische Gebot, den Fremden aufzunehmen, ist ohne Wenn und Aber und ohne Obergrenze formuliert. Im Libanon, wo Flüchtlinge ein Viertel der Bevölkerung stellen, mag es Diskussionen über die Grenzen dieses interreligiösen Gebots geben. Doch im »christlichen Abendland« stellt sich diese Frage allenfalls theoretisch. 65 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht vor Gewalt und existenzieller Not. In Deutschland wurden in den ersten fünf Monaten dieses Jahres 95 000 Asylsuchende registriert. Einige katholisch geprägte EU-Länder wie Polen oder Ungarn verweigern sich fast völlig. Zuflucht gewähren meist Länder, die deutlich ärmer sind als Deutschland: 86 Prozent der Flüchtlinge werden von Entwicklungs- oder Schwellenländern aufgenommen. Derweil schiebt Deutschland Menschen sogar nach Afghanistan zurück. Obwohl wir seit dem Herbst 2015 doch wissen, dass wir so viel mehr können: Sechs Millionen Ehrenamtliche engagieren sich, damit Menschen nach der Flucht bei uns ein neues Leben beginnen können. Es tut weh zu sehen, dass Aufnahmeeinrichtungen wieder verwaisen und dass die Bundesregierung, statt diese Kapazitäten zu erhalten und das enorme Engagement zu fördern, eine Asylrechtsverschärfung nach der anderen beschließt.

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