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Hans Küng und der Hund in der Kirche

von Eva-Maria Lerch vom 12.06.2020
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Lyrik. »Poet des hauchdünnen Schweigens« wurde Wilhelm Bruners einmal genannt. Der katholische Priester und spirituelle Autor wagt sich in seinen Gedichten eher leise und tastend an die Geheimnisse des Lebens heran; er beschreibt die Begegnung mit Menschen und der Gegenwart Gottes in zurückhaltenden Zeilen, als fürchte er, das alles mit einem falschen Wort zu erschlagen. Dieser stillen Lyrik bleibt Bruners auch in seinem neuen Buch »Am Rande des Tages« treu, das jetzt zu seinem 80. Geburtstag erschienen ist. Beobachtungen in der Natur spielen in dieser Sammlung eine besondere Rolle – der Eindruck eines Lichteinfalls, der Birnbaum im Frühling. Aber auch das tote Insekt an der Fensterscheibe, das aus Verzweiflung über das lebensfeindliche Chaos im Zimmer des Dichters seinen Geist aufgegeben hat.

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