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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2019
Die Kunst, den Kapitalismus zu verändern
Eine Annäherung in fünf Schritten
Der Inhalt:

Editorial: Liebe Leserin, lieber Leser,

vom 24.05.2019

es gibt viele Gründe, Europa zu schätzen und zu schützen: wunderbare Länder, eine reiche Geschichte und eine faszinierende kulturelle Vielfalt. Kurz vor der Europawahl können wir nur hoffen, dass der hohe zivilisatorische Standard nach der Wahl nicht in Gefahr gerät. Seit Januar hat Publik-Forum in 16 Beiträgen und einem Dossier Europa beleuchtet von Ungarn bis Irland, hat mit Menschen gesprochen wie Navid Kermani und Trevor Willmott, dem Bischof von Dover. Für diese Ausgabe hat sich unsere Berliner Kollegin Ulrike Scheffer durch 576 Seiten Wahlprogramm der Parteien gekämpft (S. 18) und Fragen gestellt, die Publik-Forum wichtig sind. Sie stellte fest: Die aufs Völkische fixierte AfD hat zu vielen Themen wenig zu sagen und unterscheidet sich durch ihren europafeindlichen Ton deutlich von den anderen.

Nach unserer Europa-Serie wollen wir uns intensiv mit der Friedlichen Revolution beschäftigen, die Deutschland wieder vereinte. Den Auftakt macht ein Text von Britta Baas und Thomas Seiterich. Dreißig Jahre nach der Ökumenischen Versammlung in der DDR sind sie nach Berlin gefahren und haben dort jene Christen getroffen, die im Herbst 1989 die Friedliche Revolution maßgeblich vorangetrieben haben. Eine Art Klassentreffen der besonderen Art (S. 26).

Das Artensterben – dazu eine Reportage von Barbara Tambour aus den Auen am Oberrhein (S. 20) – und die Klimakrise sind indirekt auch Folgen eines maßlosen Kapitalismus. Unser jüngst in den Ruhestand verabschiedete Chefredakteur Wolfgang Kessler hat gerade ein Buch veröffentlicht, in dem er zeigt, wie Kapitalismus radikal, aber behutsam verändert werden könnte. Seine Titelgeschichte (S. 12) wird flankiert von Anne Strotmanns Erinnerung an religiöse Sozialisten wie Paul Tillich und Karl Barth (S. 30). Kapitalismuskritik war auch Schwerpunktthema unserer Matinee zur Verabschiedung von Wolfgang Kessler am 19. Mai. 400 Freunde von Publik-Forum waren nach Frankfurt gekommen. Lesen Sie den Bericht von Markus Dobstadt auf (S. 16).

Als Nachfolger von Wolfgang Kessler möchte ich mich an dieser Stelle persönlich bei ihm bedanken. Hochengagiert und unermüdlich hat er die Redaktion zwanzig Jahre geführt und das Heft über Jahrzehnte geprägt. Ihm gebührt höchste Anerkennung und besonderer Dank. Die gesamte R

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