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Hip-Hop, Hetze und Haltung

Die menschenfeindlichen Liedtexte der Rapper Kollegah und Farid Bang empören, doch ihre Musik verkauft sich glänzend. Warum ist ein Genre so erfolgreich, in dem es scheinbar zum guten Ton gehört, sich im Ton zu vergreifen?
von Anne Strotmann vom 11.05.2018
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Anscheinend hilft Reden also doch, es dauert nur manchmal. Ist das die Lehre aus dem Skandal um die Rapper Kollegah und Farid Bang? Sie verdienen jahrelang Geld mit offensichtlich menschenfeindlichen Songtexten, doch als sie dafür – nicht zum ersten Mal – den kommerziellen Musikpreis »Echo« bekommen sollen, gibt es auf einmal Proteste. Debattiert wird vor allem darüber, ob die dumme und geschmacklose Liedzeile »Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen« antisemitisch ist oder noch unter künstlerische Freiheit fällt. Der Musikpreis erleidet einen solchem Imageschaden, dass er kurzerhand abgeschafft wird, die Plattenfirma lässt die Zusammenarbeit mit den beiden Preisträgern erstmal ruhen, es folgt eine Strafanzeige wegen Volksverhetzung und schließlich nehmen die Delinquenten die Einladung des Auschwitz-Komitees an, die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers zu besuchen. Die öffentliche Ordnung scheint wieder hergestellt.

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