Pro und Contra
Heute noch Latein lernen?
Ja, denn man lernt, abstrakt zu denken
Ich bin unbedingt dafür, dass Schülerinnen und Schüler heute Latein lernen. Obwohl Latein keine lebendige Umgangssprache mehr ist, erwerben sie damit wichtige Qualifikationen. Natürlich war mir dies im damaligen Lateinunterricht im Gymnasium noch nicht verständlich, aber das Knobeln im Übersetzen hat mir schon Freude bereitet. Ich habe dabei Fähigkeiten erworben, die ich später in meinem Berufsleben als Ingenieur und im Management sehr gut einsetzen konnte: das methodische, konzeptionelle und strategische Denken. Geholfen haben mir diese Fähigkeiten auch im Studium, zum Beispiel beim Studienfach Theorie der Elektrotechnik, das vor allem Abstrak tionsvermögen verlangt. Und im Unternehmen ist unter anderem strategisches Denken gefragt, man muss methodisch vorgehen, Informationen verdichten, Dinge und Ereignisse einordnen.
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Jörg Menno Harms, geboren 1939, war bis 2004 Vorsitzender der Geschäftsführung der Hewlett Packard GmbH. Das Latinum hat er als Schüler eines neusprachlichen Gymnasiums erworben.
Elsbeth Stern, geboren 1957, ist Psychologin und Professorin für Lehr- und Lernforschung an der ETH Zürich. Im Gymnasium hat sie Latein gelernt.
