Pro und Contra
Kann man Bürger zweier Staaten sein?
Ja! Das entspricht der jungen, globalisierten Welt
Menschen haben viele Identitäten und wir können uns zu unterschiedlichen Staaten gehörig fühlen. Wir haben ja schließlich auch sonst viele Identitäten: Mutter, Schwester, Freundin ... So ist der Doppelpass für jungen Menschen wichtig, weil sie die Verbindung zum Herkunftsland der Eltern nicht abschneiden wollen. Bürger zweier Staaten wird man damit nicht, man bleibt trotzdem Bürger des Staates, wo man gerade seinen Lebensmittelpunkt hat. Gleichwohl hat man mit dem Doppelpass auch das Recht, in dem anderen Land zu wählen. Wie für Deutsche, die im Ausland leben oder EU-Bürger in unserem Land, soll das Gleiche auch für Drittstaatler gelten, die in der zweiten Generation hier leben. Wenn die Familie aus einem anderen Land nach Deutschland gezogen ist, hat man ja familiäre Beziehungen in dieses Land, kulturelle Verbindungen, die man auch leben möchte. Bürgersein ist in dem Kontext ein sehr technischer Begriff. Die Frage, die dahinter steht, ist doch: Wo fühlt man sich zugehörig? Junge Menschen, die auch in unserem Land leben, sind Deutsche, sie fühlen sich Deutsch und lieben ihr Land. Sie lieben aber auch das Land, aus dem ihre Familie stammt. Ich bin fest überzeugt, dass man zwei Staaten schätzen kann und dass dies eine Bereicherung darstellt. So wie Kultur bereichern kann, bereichern diese Verbindungen. Wir wünschen ja, dass gerade junge Menschen in der Welt lernen, studieren oder eine Ausbildung machen, um ihren Horizont zu erweitern. So ist das Zugehörigkeitsgefühl zu anderen Ländern kein Nachteil, sondern ein Vorteil in der globalisierten Welt. Das ist für viele junge Menschen wichtig. Das gehört zur Willkommenskultur eines weltoffenen Landes dazu.
Sie haben bereits ein
-Abo? Hier anmelden
Cemile Giousouf, geboren 1978 in Leverkusen mit griechischen Wurzeln, sitzt für die CDU Nordrhein-Westfalen im Bundestag und ist Integrationsbeauftragte ihrer Fraktion.
Marian Wendt, geboren 1985 in Torgau, sitzt als CDU- Abgeordneter für Nordsachsen im Bundestag und ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Innenausschuss.
