»Nichts ist erledigt«
Als Pfarrer Willi Verstege im Urlaub war, fuhr die Stasi vor, durchsuchte sein Pfarrhaus in Nienburg an der Saale. Finden konnte sie nichts. Denn der gesuchte Apparat, auf dem der beargwöhnte Rundbrief des Aktionskreises Halle gedruckt wurde, stand in der Kirche: Gut versteckt, unter dem Altar, den eine Decke bis zum Boden verhüllte. Das war kein Zufall. Auf »Stasi-Maßnahmen« wie diese war der Aktionskreis gefasst. Denn die bundesweite Basisbewegung, die Humanisierung und Demokratisierung von Kirche und Gesellschaft wie auch eine verständliche Verkündigung auf ihre Fahnen geschrieben hatte, musste auf staatlichen Argwohn stoßen. Der von der katholischen Kirche kam dazu. Das gesellschaftskritische Engagement des AKH ging den Bischöfen entschieden zu weit. Sie erklärten die Bewegung, die in der katholischen Kirche die einzige dieser Art war, als nicht zur Kirche gehörend. »Sie haben uns damit ans Messer geliefert«, sagt der Jurist Peter Willms, der 1967 aus Köln wegen seiner Frau in die DDR übergesiedelt war. Doch die Mitglieder des AKH ließen sich nicht beirren. Es gibt ihn, wenn auch bescheidener, bis heute. Am 4. April feiern sie auf der Hysburg bei Halberstadt vierzigjähriges Bestehen.
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