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Unrecht, das zum Himmel schreit

Theologie ist Nachdenken über die Sehnsucht, dass die Mörder nicht über die unschuldigen Opfer triumphieren mögen.
Der Dichter-Pfarrer Kurt Marti bringt dies eindringlich zur Sprache
von Karl-Josef Kuschel vom 22.02.2013
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Dass Glaube und Theologie von Literatur und Dichtung enorm profitieren und vieles lernen können – das war und ist das Credo des Theologen und Germanisten Karl-Josef Kuschel. Er hat diese Überzeugung als Professor für Theologie der Kultur und des interreligiösen Dialogs an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen seinen Studierenden stets engagiert vermittelt. In seiner überfüllten Abschiedsvorlesung vor zwei Wochen – Kuschel wird am 6. März 65 Jahre alt – verknüpfte er die Stationen seines akademischen Wirkens noch einmal rückschauend mit seinen »Leseerfahrungen«. Dazu gehört zentral auch die Begegnung mit den Texten des Schweizer evangelischen Dichter-Pfarrers Kurt Marti, der inzwischen über neunzig Jahre alt ist. Wir dokumentieren diesen Teil der Vorlesung, weil sie einen zentralen Aspekt christlichen Glaubens in Erinnerung ruft. Kuschel war es auch, der in den 1980er-Jahren für Publik-Forum sehr persönliche Gespräche mit bekannten Schriftstellerinnen und Schriftstellern führte; unter ihnen war – neben Heinrich Böll, Luise Rinser, Martin Walser, Peter Härtling und anderen – auch Kurt Marti.

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