Großes Gefühlskino
Spielfilm. Beim Anblick der Freiheitsstatue wähnen sich die Polin Ewa und ihre kranke Schwester, die 1921 auf einem Auswandererschiff in die USA gelangen, im Gelobten Land. Doch als Ewa wenige Tage später als aufreizende »Lady Liberty« auf eine New Yorker Tingeltangelbühne geschubst wird, hat sich ihr amerikanischer Traum längst in einen Albtraum verwandelt. Der unberechenbare Bruno treibt Ewa in die Prostitution – wohl wissend, dass sie Geld braucht, um ihre Schwester aus der Quarantäne auf Ellis Island befreien zu können. Mit langen, detailverliebten Einstellungen und gefühlvollem Soundtrack ist das Emigrantendrama von geradezu altmodischer Ernsthaftigkeit. Marion Cotillard als vom Wege abgekommene Unschuld erinnert an eine Stummfilmtragödin. In ihrer Mischung aus Verletzlichkeit und Willensstärke ist sie dennoch eine moderne Heldin, die Joaquin Phoenix in der Rolle eines verliebten, von Schuldgefühlen gequälten Glücksritters Paroli bietet. Regisseur James Gray überhöht Emi grantenschicksale, wie es Tausende gab und gibt, zu einem ergreifenden Drama über Verdammnis und Erlösung.
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