Pro und Contra
Eine Moschee-Steuer einführen?
Ja! Schluss mit Geld aus dem Ausland
Die Mehrheit der Moscheegemeinden in Deutschland ist weder finanziell noch inhaltlich unabhängig vom Ausland. Imame werden aus der Türkei und anderen Ländern entsandt. Wie viel Geld in die Gemeinden fließt und für was genau, entscheiden Behörden, die keine deutsche Ministerin kontrolliert. Auf Dauer ist das ein Problem. Viele Gemeinden sind unterfinanziert. Vor allem aber: Wer das Geld gibt, entscheidet auch maßgeblich über das, was in den Gemeinden geschieht. Das tut dem Islam in Deutschland nicht gut. Und den Musliminnen und Muslimen auch nicht. Wie kann man das ändern? Durch eine Art Moschee-Steuer. Zu den fünf Säulen des Islam gehört die Zakat, eine soziale Abgabe, die der Tradition nach den Armen dienen soll. Wer sie seiner Gemeinde in Deutschland widmet, macht damit viele soziale Aufgaben möglich und sichert die Gemeinschaft auch finanziell ab. Imaminnen und Imame, ja alle Personen, die das Gemeindeleben inhaltlich gestalten, macht das frei von externem Druck.
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Seyran Ates, geboren 1963 in Istanbul, ist Rechtsanwältin und Imamin in Berlin. 2017 gründete sie mit anderen die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Moabit. Jüngst erhielt sie den Dönhoff-Preis.
Eren Güvercin, geboren 1980 in Köln, studierte Rechtswissenschaft und arbeitet als Journalist und Autor (»Neo-Moslems – Porträt einer deutschen Generation«). Er ist Gründungs- und Vorstandsmitglied der »Alhambra Gesellschaft«.
