Schläge und Gesang
Sie mussten singen wie Engel und wurden behandelt wie Lagerinsassen: Wer den Untersuchungsbericht des als Sonderermittler eingesetzten Anwaltes Ulrich Weber über die Vorfälle bei den Regensburger Domspatzen liest, braucht starke Nerven. Kinder wurden über Jahrzehnte hinweg misshandelt. Sie wurden geohrfeigt, geprügelt und blutig geschlagen mit Fäusten und Stöcken, »mit dem Siegelring, mit dem Schlüsselbund«. Einer, der all das eigentlich hätte wissen müssen, der ehemalige Kapellmeister der Regensburger Domspatzen, Georg Ratzinger, hat für die Opfer dieser Gewaltexzesse kein Wort des Mitleids, der Reue oder auch nur der Erklärung. Oder doch: Schläge und Ohrfeigen seien damals »in allen Erziehungsbereichen wie auch in den Familien üblich« gewesen, sagt er.
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