Ernährung
Kulturkampf um den Veggieburger

Bezeichnungen wie »Veggieburger«, »Seitanschnitzel« und »Sojawürstchen« für vegetarische Fleischersatzprodukte bleiben in der Europäischen Union vorerst erlaubt. Abgeordnete des Europaparlaments scheiterten in Verhandlungen mit Vertretern der EU-Staaten erneut daran, das Verbot durchzusetzen. Im vergangenen Oktober hatte das EU-Parlament beschlossen, pflanzlichen Produkten alle fleischigen Namen zu verbieten. Begründet wurde dies mit dem Schutz von Verbrauchern und Landwirten. Im Supermarkt gebräuchliche Namen wie »vegane Wurst« seien irreführend, argumentierte die christdemokratisch-konservative EVP-Fraktion, die den Verbotsantrag gestellt hatte.
Dem widerspricht der Europäische Verbraucherverband (BEUC) seither vehement. »Die Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher ist über diese Begriffe nicht verwirrt«, sagt Irina Popescu, BEUC-Expertin für Ernährungspolitik. Sie fordert die EU-Gesetzgeber auf, stattdessen für klare Kennzeichnungen zu sorgen. Das Thema ist nicht vom Tisch: Für kommendes Jahr werden weitere Diskussionen um Tofuschnitzel und Co. erwartet.





Georg Lechner 16.03.2026, 13:42 Uhr:
Damit haben sich die EVP - Abgeordneten gründlich lächerlich gemacht. Hoch lebe das vegane Erdäpfelgulasch (mit Pflanzenfett statt Schweineschmalz und Tiefkühlgemüse statt Wurst)! Dabei bin ich kein Veganer, sondern ein Flexitarier - und mag auch die herkömmliche Variante vom Erdäpfelgulasch.
Die Politiker der EVP (besonders in den Regierungen der EU-Mitgliedsländer sollen sich lieber für eine Harmonisierung der direkten Steuern (statt des Wettlaufs der Staaten gegeneinander) und gegen Offshore- Briefkastenfirmen einsetzen, das brächte EU-weit jährlich etwa 1,5 bis 2 Billionen Euro für die öffentlichenn Kassen und damit für Zukunftsinvestitionen. Ist denn ein positives Image der EU nicht erwünscht?