Rassismus
Studie belegt Rassismus in Behörden

Rassismus in deutschen Behörden ist kein Einzelfall – das ergibt eine Studie des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt. Vielmehr gebe es Strukturen, die Diskriminierung durch Behörden begünstigten. Rassismus zeige sich in Einstellungen einzelner Mitarbeitender, in behördlichen Praktiken, Ermessensspielräumen und im Umgang mit Beschwerden. Für die Studie »Institutionen und Rassismus« (InRa) hatten Forschende erstmals in großem Umfang Zugang zu staatlichen Institutionen erhalten und über drei Jahre Rassismus untersucht in Jobcentern, bei der Polizei, in Ausländerbehörden und anderen Einrichtungen. Zwar seien die Behörden »nicht durchsetzt von Rassismus«, heißt es. »Aber es gibt keine Behörde, in der wir keinen Rassismus gefunden haben«, sagt Gert Pickel, Professor für Religions- und Kirchensoziologie an der Uni Leipzig und Leiter des Forschungsprojekts.
Breit diskutiert werden sollen die Erkenntnisse offenbar nicht: An einem Freitagnachmittag landete der Bericht auf der Website des Alexander Dobrindt (CSU) unterstehenden Innenministeriums – ohne begleitende Pressetermine. 2020 hatte das Ministerium unter Horst Seehofer (CSU) die Studie beauftragt. Sie war Teil des von der Bundesregierung beschlossenen Maßnahmenkatalogs zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und eine Reaktion auf die rechtsextremen Anschläge von Halle und Hanau und den Mord an Walter Lübcke.




