Yasmin Fahimi
Yasmin Fahimi, Vorsitzende des Deutsche Gewerkschaftsbunds (DGB), schlägt in der Debatte um die Reform der Altersvorsorge eine verpflichtende Betriebsrente vor. Rund 20 Millionen Beschäftigte in Deutschland verfügten über keine betriebliche Altersvorsorge, weil sie in Firmen ohne Tarifbindung beschäftigt seien. Diese Alterssicherung müsse zusätzlich sein und von den Arbeitgebern mindestens mitfinanziert werden, sagte Fahimi: »Die betriebliche Altersvorsorge darf nicht einseitig zu Lasten der Arbeitnehmer gehen.« Es würde nichts nützen, »die Beschäftigten einseitig zu verpflichten und sie in die Arme der Versicherungswirtschaft zu treiben«. Unterstützung für den Vorschlag kommt vom CDU-Arbeitnehmerflügel CDA. Dessen Vorsitzender Dennis Radtke sagte: »Um ein Rentenniveau zu sichern, von dem man in Würde leben und nicht nur überleben kann, wird man die drei Säulen noch vernetzter denken müssen.« Er verwies auf »hervorragend funktionierende« Modelle in der Chemieindustrie und anderen Tarifbereichen.
Auch die SPD zeigt sich offen für den Vorschlag. Dagmar Schmidt, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, sagte, für eine gute Absicherung im Alter seien mehr finanzielle Mittel nötig. »Diese müssen auch die Arbeitgeber mindestens paritätisch erbringen.«
Angesichts der angespannten Wirtschaftslage rechnet Fahimi mit einem »großen Aufschrei« gegen ihren Vorschlag. Es werde »Kritik kommen, dass dann noch mehr Beiträge fällig werden«, sagte die DGB-Vorsitzende. Aber in den meisten Ländern Europas liege der verpflichtende Beitragssatz für die Rente über den deutschen Sätzen. Oft sei der Arbeitgeberanteil sogar höher als der für die Beschäftigten.

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