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Sarah Mullally

Jahrzehntelang wurden unverheiratete Frauen in England und Wales gezwungen, ihre Kinder zur Adoption freizugeben. Das Oberhaupt der Anglikanischen Kirche hat dafür nun um Entschuldigung gebeten.
vom 24.06.2026
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(Foto:pa/Jonathan Brady)
(Foto:pa/Jonathan Brady)

Sarah Mullally, Erzbischöfin von Canterbury und Oberhaupt der Anglikanischen Kirche, hat sich offiziell für die Rolle ihrer Kirche bei Zwangsadoptionen entschuldigt. »Wir bedauern zutiefst das Leid, das Trauma und die Stigmatisierung, die viele Menschen aufgrund historischer Adoptionspraktiken in Einrichtungen der Church of England erfahren haben – und bis heute mit sich tragen«, sagte Mullally.

Über Jahrzehnte wurden tausende junger, lediger Frauen in Mutter-Kind-Heimen unter Druck gesetzt, ihre Kinder zur Adoption freizugeben. Die »unmoralische« Schwangerschaft sollte so vor der Gesellschaft verborgen werden. Mullally betonte: »Die Scham, die ihnen auferlegt wurde, war ungerechtfertigt.« Stattdessen müsse die Kirche sich »zutiefst dafür schämen, dass Menschen in der Obhut christlicher Gemeinschaften dies erleben mussten«.

Einer Untersuchung zufolge wurden von 1949 bis 1976 in England und Wales rund 1 854 000 Kinder unverheirateter Mütter zur Zwangs-Adoption freigegeben. An wie vielen die Kirche beteiligt war, lasse sich nicht sagen.

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