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Ralf Frisch

Der Theologie-Professor äußert sich kritisch gegenüber der evangelischen Kirche – und erhält Gegenwind von der Hochschulleitung. Jetzt haben sich Kollegen mit ihm solidarisiert.
vom 19.06.2026
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Ralf Frisch (Foto: www.ralffrisch.de)
Ralf Frisch (Foto: www.ralffrisch.de)

Ralf Frisch, Professor für Systematische Theologie an der Evangelischen Hochschule Nürnberg (EVHN) und Kolumnist des »Sonntagsblatts«, hat aus Anlass seines neuen Kolumnenbuches »Mehr Opium fürs Volk« dem Evangelischen Pressedienst ein Interview gegeben. Darin wiederholt er den Kern seiner Kirchenkritik, die sich wie ein roter Faden durch seine bisweilen provozierend-polemischen Kolumnen zieht. Er habe, so Frisch, den Eindruck, dass die öffentliche Theologie »die Probe aufs Exempel zu sein scheint, ob es auch ohne Gott geht und ob es ohne Gott sogar besser geht.« Wenn er Verlautbarungen des Protestantismus lese, habe er oft das Gefühl, »Texte vom Deutschen Gewerkschaftsbund DGB, der SPD oder den Grünen« zu lesen. Er vermisse den Gottes- und Transzendenzbezug in den wohlfeilen Reden vieler Kirchenfunktionäre. »Der Glaube an die Humanität und den guten Menschen scheint zum eigentlichen Bekenntnis der evangelischen Kirche geworden zu sein.« Als Lutheraner könne er dieses Bekenntnis nicht teilen.

Als Reaktion auf das Interview distanzierte sich das Präsidium der EVHN öffentlich. Frisch spreche nicht im Auftrag der Hochschule. Anders als Frisch in seinen Kolumnen verstehe die EVHN ihre Aufgabe darin, »durch kreative Korrelationen zu einer menschenfreundlichen Kirche und Gesellschaft beizutragen.«

Diese ungewöhnliche Distanzierung der EVHN löste wiederum eine breite Debatte aus, inwieweit die Hochschulleitung ihrerseits andere Meinungen aushalte. Für Frischs Kolumnenbuch ist der Hype eine willkommene Werbung, für Außenstehende eröffnet sich ein weiterer Blick in einen seit längerer Zeit schwelenden Kulturkampf, der nicht nur in der evangelischen Kirche ausgefochten wird. Er dreht sich vor allem um zwei Fragen: Wie politisch darf und soll die Kirche sein? Und: Hat die Kirche verlernt, plausibel von Gott zu reden?

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Schlagwörter: Glaube Theologie
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