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Rainer Maria Woelki

Dem Kölner Kardinal ist plötzlich die Führungsriege seiner Theologischen Hochschule abhanden gekommen.
vom 13.07.2026
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Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln, Kardinal und Großkanzler der von ihm gegründeten Theologischen Hochschule (Foto: picture alliance/Geisler-Fotopress/Peter Back)
Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln, Kardinal und Großkanzler der von ihm gegründeten Theologischen Hochschule (Foto: picture alliance/Geisler-Fotopress/Peter Back)

Rainer Maria Woelki, Großkanzler der von ihm gegründeten und geförderten »Kölner Hochschule für Katholische Theologie« (KHKT) braucht neue Führung für die Einrichtung. Rektor Christoph Ohly will sich nicht für eine weitere Amtsperiode wählen lassen; Geschäftsführer Dominik Heringer hört nach knapp zwei Jahren auf; Kanzlerin Nina Jungbluth scheidet aus dem Amt. Das kommt überraschend – nicht nur für die Öffentlichkeit, sondern anscheinend auch intern. Denn die KHTK-Trägerstiftung teilt neben den erwähnten Personalien auch mit, dass zur Regelung der Nachfolge »eine Findungskommission zeitnah aktiv werden« soll. Erst jetzt also. Die Rücktritte werden jedoch bereits mit Ende des laufenden Sommersemesters (formal 30. September) wirksam.

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»Ginge das alles mit rechten Dingen zu, hätte man zumindest für die Verwaltungsposten eine Nachfolge präsentiert oder Kandidaturen für die Besetzung des Rektorenpostens benannt«, zitiert der Kölner Stadt-Anzeiger »eine mit den Vorgängen vertraute Persönlichkeit«. Hintergrund ist demnach offenbar ein heftiger interner Streit. Dabei gehe es um die Ausrichtung der Hochschule und ihre Finanzierung; Beschäftigte sollen der Leitung außerdem massive Vorwürfe wegen aggressiven Führungsstils machen. Die Ergebnisse einer internen Umfrage bei den Hochschul-Angestellten bleiben unter Verschluss.

Der Kölner Stadt-Anzeiger schreibt aber auch, er sei im Besitz von Stellungnahmen, »die den Verdacht einer Intrige nahelegen«. Deren Ziel könnte es gewesen sein, »das Führungstrio loszuwerden, weil es sich Plänen einer immer weiteren Orientierung nach Rechts und dem Aufbau eines Netzwerks mit Verbindungen zu finanzkräftigen, ultrakonservativen Kreisen in den USA widersetzt habe«.

Warum dann die Trägerstiftung, nach erreichtem »Ziel«, nicht umgehend neue Führungspersonen benannt hat, um zumindest nach außen hin den Anschein eines geplanten und geregelten Übergangs zu erwecken, bleibt rätselhaft.

Um die Hochschule tobt auch noch ein Streit mit dem Bundesland Nordrhein-Westfalen. Woelki hatte »seine« Hochschule nach allgemeiner Einschätzung vor sechs Jahren auch deshalb gegründet, weil ihm die bisher übliche »Kölner« Priester- und Theologenausbildung an der Universität Bonn zu links und zu liberal war. Das Land hingegen beruft sich auf das Konkordat von 1929, demzufolge die Uni Bonn der alleinige Studienort für die Priesteramtskandidaten des Erzbistums zu sein hat. Eine Schiedskommission aus Vatikan und Landesregierung arbeitet an dieser Frage.

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Schlagwörter: Kardinal Woelki Streit
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