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Patriarch Kyrill

Das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche verleiht der Atombombe eine religiöse Legitimation und verherrlicht den Ukraine-Krieg.
vom 06.08.2026
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Patriarch Kyrill (Foto: kna)
Patriarch Kyrill (Foto: kna)

Patriarch Kyrill, das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, hat nun auch die russische Atombombe religiös legitimiert. Bei einem Gottesdienst im Kloster Diwejewo, wo die Reliquien des heiligen Seraphim von Sarow aufbewahrt werden, predigte Kyrill: »Russlands Atombombe entstand auch durch die Gebete des hl. Seraphim.«

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Seraphim von Sarow (1759–1833) war Mönch und Mystiker. Seit 2007 ist er der Schutzpatron der Atomstreitkräfte Russlands und sein Kloster ein Wallfahrtsort.

Kyrill sagte: »Die Wissenschaftler, die hier in Sarow gearbeitet haben, haben unsere Atombombe entwickelt, die den Feind daran gehindert hat, Pläne zur Zerstörung und Versklavung unseres Vaterlandes umzusetzen.« Durch die Arbeit von Wissenschaftlern, Ingenieuren und Arbeitern sei Russland Gottes Gnade und Barmherzigkeit offenbart worden, so der Patriarch weiter. Viele russische Wissenschaftler glaubten, dass »die Entwicklung einer so mächtigen Waffe an diesem Ort kein Zufall war.«

Ferner rief Kyrill zum Gebet auf, dass Gott »das russische Land, unseren orthodoxen Präsidenten, die Behörden und die Streitkräfte« beschützen möge. Erst kürzlich hatte er sich abfällig über jene Geistliche geäußert, die ein von ihm vorgeschriebenes Gebet ablehnen. Gegner des Überfalls auf die Ukraine werten die Zeile, Gott solle seinem Volk helfen und ihm mit seiner Kraft den Sieg schenken, als Unterstützung des Angriffskriegs.

Zuletzt hat Kyrill ein Buch über die metaphysische und »erlösende Bedeutung« des Krieges veröffentlicht. Das 240 Seiten dicke Buch trägt den Titel »Krieg. Jenseits der sichtbaren Ursachen und Konsequenzen« und wurde Ende Juli auf der Website der russisch-orthodoxen Kirche mit folgenden Worten vorgestellt: »Das Oberhaupt der Kirche bekräftigt, dass das russische Volk die Macht hat, zu gewinnen, weist aber gleichzeitig auf die große Verantwortung hin, sich der historischen Pflicht zum Sieg nicht zu entziehen.«

Laut Inhaltsangabe geht es in dem Buch um die Metaphysik des Krieges und um eine spirituelle Betrachtung von Opferbereitschaft, Heldentum, Patriotismus und Sieg. »Seine Heiligkeit spricht über die erlösende Bedeutung und die Folgen des Krieges, über die metaphysischen Grenzen und die Zielsetzung Russlands und geht auf den rassischen Aspekt des Krieges ein. Da alles auf der Welt aus der Begegnung von Gut und Böse entsteht, wird der Ausgang des Krieges von Gott bestimmt, und es gewinnt derjenige, der auf der Seite des Lichts steht. Unsere irdische Berufung besteht darin, Krieger des Herrn zu sein, dem Bösen entgegenzutreten und hohe moralische Ideale zu verteidigen«, heißt es weiter.

Der griechisch-katholische Kiewer Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk wertete Kyrills Aussage, dass der Krieg ein Plan Gottes sei, als »Gotteslästerung«. Solche Aussagen seien ein doktrinäres als auch ein moralischen Problem für die Ökumene. Schewtschuks Aussage kann auch als Kritik am Weltkirchenrat verstanden werden, dem zwar die russisch-orthodoxe Kirche, nicht aber die ukrainischen Kirchen angehören (dürfen). Der Weltkirchenrat wiederum hat sich bislang nicht zu Kyrills Buch geäußert und hält sich – wie der Vatikan – mit Kritik an der russisch-orthodoxen Kirchenführung auffällig zurück.

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