Narges Mohammadi

Narges Mohammadi, die inhaftierte iranische Friedensnobelpreisträgerin, befindet sich nach Angaben ihrer Familie und ihres Anwaltsteams in kritischem Zustand. Die 53-Jährige sei nach einem vermuteten Herzinfarkt im März stark geschwächt und habe erheblich an Gewicht verloren, teilte ihr Bruder Hamid-Reza Mohammadi nach einem Haftbesuch mit. Trotz »offensichtlicher Anzeichen für einen Herzinfarkt« verweigerten die iranischen Behörden demnach einen Besuch bei einem Facharzt oder in einer Klinik. Die Familie sei sehr besorgt.
Mohammadi, die 2023 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, war in den vergangenen 25 Jahren wiederholt wegen ihres Engagements gegen den Kopftuchzwang und die Todesstrafe im Iran vor Gericht gestellt und inhaftiert worden. Ihre beiden Kinder, die in Paris leben, hat sie seit 2015 nicht mehr gesehen. Im Dezember 2024 war Mohammadi aus gesundheitlichen Gründen aus dem Teheraner Ewin-Gefängnis entlassen worden. Im Februar dieses Jahres wurde sie erneut zu sechs Jahren Haft verurteilt, nachdem sie bei einer Trauerfeier eine Rede für einen zuvor tot aufgefundenen Anwalt gehalten hatte.




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