Mahrang Baloch
Mahrang Baloch, pakistanische Ärztin und Menschenrechtsaktivistin, ist von einem so genannten Anti-Terror-Gericht im pakistanischen Quetta zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die 33-Jährige ist eine der bekanntesten Stimmen des Baloch-Yakjehti-Komitees, das sich gegen das Verschwindenlassen von Menschen und Menschenrechtsverletzungen in der rohstoff- und konfliktreichen Region Belutschistan im Südwesten des Landes einsetzt. Die 2025 inhaftierte Aktivistin gilt international als Symbolfigur des zivilgesellschaftlichen Widerstands in Pakistan.
Das Urteil bezieht sich auf einen Vorfall während einer Protestkundgebung im Jahr 2024, bei der es nach Angaben der Anklage zu Tumulten kam und ein paramilitärischer Soldat getötet wurde. Baloch soll nach Darstellung der Behörden einen Protestzug angeführt haben, der in die Auseinandersetzungen verwickelt gewesen sei. Die Verteidigung spricht von einem politisch motivierten Verfahren gegen eine zentrale Stimme der Protestbewegung.
Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International kritisieren das Verfahren als intransparent und werfen den Behörden vor, Proteste zu kriminalisieren. Unterstützerinnen und Unterstützer sprechen von einer weiteren Eskalation gegen zivilgesellschaftlichen Protest in einer Region, die seit Jahrzehnten von Konflikten zwischen Staat, Separatisten und Polizeikräften geprägt ist und riefen zu landesweiten Protesten auf.

Personen und Konflikte