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Gerhard Feige

Der Bischof von Magdeburg sagt, mit dem Aufstieg der AfD erlebe die Kirche einen »Druck von ganz anderer Dimension als in der DDR«.
vom 03.06.2026
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Bischof Gerhard Feige (Foto: kna/Julia Steinbrecht)
Bischof Gerhard Feige (Foto: kna/Julia Steinbrecht)

Gerhard Feige, Bischof von Magdeburg, ist in der katholischen Kirche einer der profiliertesten Kritiker der AfD. Vor gut 74 Jahren wurde er in Halle geboren. Als nur einer von zwei deutschen Diözesanbischöfen hat er die DDR durchlebt. Nun steht »sein« Sachsen-Anhalt vor Landtagswahlen, bei denen die AfD laut Umfragen eine starke Regierungsmehrheit erreichen könnte. In ihrem Programm steht, sie wolle die Kirchensteuer und die Staatsleistungen für die Kirchen streichen.

In der »Süddeutschen Zeitung« kritisiert Feige nun, die AfD wolle die Kirche »domestizieren«: »Wenn wir artig sind, bekommen wir Geld. Wenn wir andere Positionen beziehen als die AfD, dann nichts oder weniger. Wir als Kirchen werden von der AfD als Teil des Establishments bekämpft, wir seien der ›Queer-Transgender-Regenbogenideologie‹ verfallen. Wir machten, heißt es, mit dem Staat gemeinsame Sache und müssten abgeschafft werden.«

Auf die Frage, ob er Ähnlichkeiten sehe zwischen dem religionsfeindlichen Sound der DDR-Diktatur und den Aussagen der AfD heute, antwortet Feige: »Man kann das nicht direkt vergleichen. Damals hat man die Kirchen zwar auch massiv bekämpft. Aber die DDR war im Ostblock auch das Aushängeschild des angeblich demokratischen Sozialismus gegenüber dem Westen, das wollte man nicht unnötig aufs Spiel setzen. Das, was wir jetzt erleben, hat eine ganz andere Dimension. Wir werden beschimpft, lächerlich gemacht und unter Druck gesetzt. Ich bekomme zum Teil unverschämte E-Mails und Briefe, anonym, aber auch mit Klarnamen. Während die AfD versucht, christliche Werte zu vereinnahmen und zu instrumentalisieren, und gleichzeitig uns Kirchen als von Gott abgefallen diffamiert, war das DDR-Regime unverhohlen atheistisch geprägt.«

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Schlagwörter: AfD Kirchensteuer
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