Friedrich Merz

Friedrich Merz, der Bundeskanzler, der sich für seinen Auftritt beim Katholikentag eigens ein »Gespräch mit jungen Menschen über Zukunftsfragen« gewünscht hat, hat dort auch den Frust vieler Jugendlicher mitbekommen. Im überfüllten Saal des Würzburger Congress Centrums – gut 1400 Teilnehmende – wurde ihm gesagt, wie schlecht man sich von der Regierung angehört, einbezogen und in die Zukunft – in welche? – mitgenommen fühle: Klimakrise, Lebenschancen für künftige Generationen... Und dann stelle er die Jugend auch noch als faul dar: Work-Life-Balance, Viertage-Woche... Nein, antwortete Merz da: »In meiner Partei hat noch niemand gesagt, dass die Menschen faul sind. Ich auch nicht.« Lautes, ungläubiges Murren durchzog da den Saal.
Aber vielleicht, sagte Merz weiter, streite die Regierung mehr, »als dass sie Lösungen anbietet« für bedrängende Zukunftsfragen. »Es gelingt mir offensichtlich nicht, Menschen hinreichend von meinem Weg zu überzeugen. Ich weiß, dass ich in meiner Kommunikation was verändern muss, damit die Botschaft besser verstanden wird«. In der Kommunikation, sagte Merz weiter, »sind wir derzeit zu viel im Katastrophenmodus. Ich will aber den Optimismus vermitteln, dass wird das hinbekommen.«
Aber es gebe »wenige Länder auf der Welt, die den Jungen so viele und große Chancen anbietet wie Deutschland«, sagte Merz. In die USA zu gehen, zur Ausbildung und zur Arbeit, »würde ich meinen Kindern heute nicht empfehlen«. Das Klima dort, sagte er, ohne den Präsidenten in Washington namentlich zu nennen, habe sich verändert: »Ich bin ein großer Bewunderer der USA, aber meine Bewunderung nimmt derzeit nicht zu.«
Ja, es gab auch ein paar Pfiffe und Protestschreie gegen Merz, aber die kamen von einigen wenigen – und die wurden vom Rest des Publikums hinausgebuht. Für Merz dagegen: erstaunlich viel Applaus. Ein Heimspiel gewissermaßen.




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