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Davide Pagliarani

Der Generalobere der Piusbuderschaft bricht mit Papst Leo XIV.: Die Traditionalisten weihen vier Bischöfe.
vom 01.07.2026
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Davide Pagliarani bricht mit Rom (Foto: Philip Frowein/KNA)
Davide Pagliarani bricht mit Rom (Foto: Philip Frowein/KNA)

Davide Pagliarani, Generaloberer der traditionalistischen Priesterbruderschaft Sankt Pius X., hat einen letzten Appell von Papst Leo XIV. ignoriert: Im schweizerischen Écône weihte die Gemeinschaft, die zentrale Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils ablehnt, am 1. Juli vier neue Bischöfe. Unter ihnen ist auch Pascal Schreiber, der das deutsche Priesterseminar der Piusbrüder in Zaitzkofen leitet. Mehrere tausend Besucher nahmen an der Zeremonie teil, die in einem großen, weißen Zelt stattfand.

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Damit bricht die Piusbruderschaft mit der römisch-katholischen Kirche. Die Bischofsweihe ohne päpstliche Erlaubnis ist nach katholischem Kirchenrecht automatisch und sofort die Exkommunikation nach sich. Geweihte wie Weihespender dürfen weder Sakramente empfangen noch spenden und auch keine kirchlichen Ämter und Funktionen ausüben. Bis zum Abend des 1. Juli hatten allerdings die zuständigen Stellen im Vatikan diese Exkommunikation noch nicht offiziell bestätigt.

Noch am Dienstag hatte Papst Leo XIV. in einem Schreiben an Pagliarani die Piusbruderschaft eindringlich aufgerufen, die Weihen zu unterlassen: »Erfüllt von christlicher Liebe bitte ich euch und ersuche euch von ganzem Herzen: Kehrt um!« Eine Weihe wäre ein »schismatischer Akt« und damit eine »Sünde von äußerster Schwere«.

Zuvor waren mehrere Dialogversuche des Vatikans gescheitert. Unter anderem hatte Kardinal Víctor Manuel Fernández, der Präfekt des Glaubensdikasteriums, Gespräche über theologische Streitfragen und über einen künftigen kirchenrechtlichen Status angeboten. Dies hatte die Piusbruderschaft abgelehnt.

Die Priesterbruderschaft Sankt Pius X. lehnt die Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils zu Menschenrechten, Demokratie, Glaubensfreiheit, Ökumene und interreligiösem Dialog ab; sie feiert die Messe nach wie vor im tridentinischen Ritus, der unter anderem auf das Konzil von Trient (1545–1563) zurückgeht. 1988 weihte ihr Gründer, Erzbischof Marcel Lefebvre erstmals ohne päpstliche Erlaubnis vier Bischöfe; am Tag nach der Weihe kam da Exkommunikationsdekret.

Vor allem Kardinal Joseph Ratzinger, der Präfekt der Glaubenskongregation, bemühte sich in der Folge um eine Versöhnung mit der abtrünnigen Gemeinschaft. Als Papst Benedikt XVI. hob er 2009 die Exkommunikation der vier Traditionalisten-Bischöfe auf – auch die von Bischof Richard Williamson, der wiederholt der Holocaust geleugnet hatte. Es gab einen weltweiten Skandal, der das Ansehen des Papstes nachhaltig schädigte.

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Schlagwort: Papst Leo XIV.
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