Zur mobilen Webseite zurückkehren

David Steindl-Rast

Der Benediktinermönch, Brückenbauer des interreligiösen Dialogs und Autor zahlreicher spiritueller Bücher, feiert seinen 100. Geburtstag.
vom 12.07.2026
Artikel vorlesen lassen
David Steindl-Rast, hier fotografiert 2024 (Bild: IMAGO/Manfred Siebinger)
David Steindl-Rast, hier fotografiert 2024 (Bild: IMAGO/Manfred Siebinger)

David Steindl-Rast – ja, es gibt ihn noch – feiert an diesem Sonntag seinen 100. Geburtstag. Der österreichisch-amerikanische Benediktiner-Bruder, Eremit ebenso wie weltweit aufgetretener Vortragsreisender, Autor zahlreicher spiritueller Bücher, Zen-Meister, »Mystiker unserer Zeit«, wie er genannt wird, gilt auch als Brückenbauer des interreligiösen Dialogs – und des gemeinsamen religionsübergreifenden Lebens. Seine Lebensprinzipien »Dankbarkeit« und Weltvertrauen hat er in mehreren aktuellen Interviews anlässlich des Geburtstags bekräftigt. »Die Wurzel der Freude ist Dankbarkeit«, sagt er. Und als seinen liebsten Namen für Gott nennt er »Überraschung«.

Anzeige
loading

David Steindl-Rast wurde in Wien geboren. Aus der Wehrmacht desertierte er 1944. Er studierte Kunst sowie Anthropologie und promovierte in Psychologie. 1952 folgte er seiner in die USA ausgewanderten Familie und trat in das neugegründete Kloster Mount Saviour im Bundesstaat New York ein. Dort befasste er sich im Auftrag seines Abtes mit dem Buddhismus und gründete 1968 – in noch weiterem Horizont – gemeinsam mit Rabbinern, Buddhisten, Hindus und Sufis ein »Center for Spiritual Studies«. Das Herz jeder Religion sei die Mystik, sagt er. Da tritt formelle Konfessions- und Religionszugehörigkeit für ihn in den Hintergrund.

»Die Gottesbeziehung ist uns angeboren, die haben wir, ob wir je von einer Religion gehört haben oder nicht. Wir kennen dieses große Geheimnis. Es macht uns ja zu Menschen, dass wir auf dieses Geheimnis angelegt sind und uns mit ihm auseinandersetzen müssen, dass wir tiefe Fragen stellen: Was ist denn eigentlich alles? Warum gibt es überhaupt etwas? Wie soll ich leben?« Diese existentiellen Fragen »leiten jeden Menschen unabhängig von irgendeiner Religion«, bekräftigte er dieser Tage in der Salzburger Bistumszeitung »Rupertusblatt«.

Seit 2021 lebt der vielfach preisgekrönte Benediktiner zurückgezogen in dem kleinen, erst 2004 gegründeten »Europakloster« in St. Gilgen am Wolfgangsee. Zu seinem hundertsten Geburtstag hat die Abtei Kremsmünster an diesem Wochenende ein zweitägiges Symposium ausgerichtet, das mit 450 Gästen aus Kirche und Welt rasch ausgebucht – und zu dem Steindl-Rast auch persönlich zugeschaltet war.

4 Wochen freier Zugang zu allen PF+ Artikeln inklusive E-Paper
Publik-Forum
Publik-Forum
Einen Moment bitte...
0:000:00
1.0