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Charles III.

Als »Verteidiger des Glaubens« ist der britische König inthronisiert worden. Jetzt hat er den 500 Jahre alten Titel modernisiert. Das finden nicht alle Untertanen gut.
vom 18.07.2026
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Im vollen Ornat: King Charles bei seiner Krönung im Mai 2023 in der Westminster Abbey (Foto: picture alliance/empics/Hannah McKay)
Im vollen Ornat: King Charles bei seiner Krönung im Mai 2023 in der Westminster Abbey (Foto: picture alliance/empics/Hannah McKay)

Charles III., von Gottes Gnaden König des Vereinten Königreichs von Großbritannien, Nordirland und seiner anderen (14) Königreiche im Commonwealth – so sein offizieller Titel – hat die Konservativen seines Stammlandes gegen sich aufgebracht. Sie beschuldigen ihn, »Verrat am Christentum« begangen zu haben. Pikant ist das insofern, als Charles kraft Amtes auch noch weltliches Oberhaupt der anglikanischen Kirche ist.

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Was hat er getan? Er hat still und heimlich einen gut fünf Jahrhunderte alten, königlichen Zusatztitel reformiert. Dabei ist die Geschichte dieses Titels selber schon reichlich pikant.

Es geht um die lateinische Bezeichnung »Defensor fidei« – englisch: Defender of the Faith, deutsch: Verteidiger des Glaubens. Papst Leo X. hatte diese Auszeichnung im Jahr 1521 an Heinrich VIII. als erstem britischen König verliehen. Das war der Dank dafür, dass King Henry mit einer starken, amtlich gestützten Schrift gegen die »Irrlehren« eines gewissen Martin Luther eingeschritten war. Später, man weiß es, scherte sich Heinrich in privaten Ehe-Angelegenheiten um keinen Papst mehr und trennte die englische Kirche von Rom.

Den »Verteidiger des Glaubens« büßte er damit in seiner Titelliste zwar ein, doch das britische Parlament sprach ihn dem König, aus nun eigenem Selbstbewusstsein, im Jahr 1543 wieder zu. Seither tragen ihn alle Herrscher in London, männliche wie weibliche, und auf den britischen Münzen steht er – in Abkürzung – bis heute.

Nun will Charles III., formell gekrönt 2023, den heutigen Gegebenheiten in Großbritannien die Ehre erweisen. Anglikanisch Gläubige gibt es immer weniger, dafür sind andere Religionen aus der ganzen Welt zugewandert. Und Charles bezeichnet sich laut neuestem Jahresbericht des »Royal Household« nicht mehr als »Verteidiger DES Glaubens«, sondern als »Beschützers des Raums FÜR Glauben in einer multireligiösen Nation«.

Traditionalisten sehen darin eine Art Untergang des britisch-christlichen Abendlandes. Der Leiter des evangelikalen Wohltätigkeitsorganisation Christian Institute zum Beispiel, Ciarán Kelly, sagt, »Grundlage der Gesetze und der Kultur unserer Nation« sei das Christentum, und nicht »irgendein multireligiöser Mischmasch«.

Immerhin: den Segen seiner Mutter, der Queen schlechthin, schien Charles gehabt zu haben. Elizabeth II. sagte bei ihrem 60. Thronjubiläum 2012: »Die Aufgabe der Church of England ist nicht, den anglikanischen Glauben zum Nachteil der ande-ren Religionen zu verteidigen. Nein, stattdessen hat die Church of England die Pflicht, die freie Ausübung aller Religionen im Land zu beschützen. Die Kirche hat eine Umgebung geschaffen, in der andere Glaubensgemeinschaften und auch Menschen ohne Glauben frei leben können.«

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