Bernardo Bahlmann
Bernardo Bahlmann, aus dem Bistum Münster stammender Bischof von Obidos (Brasilien), wird beschuldigt, den emeritierten Erzbischof Alberto Taveira Correa aus dem Nachbarbistum Belem zu schützen, indem er kircheninterne Untersuchungen gegen ihn wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch verhindere.
Taveira Correa wurde von ehemaligen Seminaristen vor sechs Jahren angezeigt. Er bestreitet die Vorwürfe. Wegen Verjährung erhebt die brasilianische Staatsanwaltschaft keine Anklage gegen ihn. Allerdings nehmen die deutschen Hilfswerke Adveniat, Misereor und Sternsinger die Vorwürfe ernst und haben ihre Projektförderung für die Bistümer Belem und Obidos bis zur Klärung der Anschuldigungen eingestellt. Schriftliche Kommunikation und mehrere Gespräche hätten bis jetzt nicht zu einer ausreichenden Klärung geführt, heißt es.
Bahlmann, der von einer rufschädigenden Verleumdung spricht, sagte seine Teilnahme am diesjährigen Katholikentag deswegen kurzfristig ab. Nun geht er gerichtlich gegen den brasilianischen Journalisten Nicollas Brito vor, der in den Sozialen Medien über die Vorgänge berichtet. Die Betroffeneninitiative »Eckiger Tisch« ist hoch alarmiert. »Wer über Missbrauch berichtet, darf dafür nicht mit einer Klage mundtot gemacht werden«, sagt Matthias Katsch, Sprecher und Geschäftsführer von Eckiger Tisch. Unter den Betroffenen in Óbidos und Belém herrsche »ein Klima der Angst. Nicollas Brito hat uns gegenüber sogar von der Sorge um sein Leben gesprochen. Wer in dieser Lage schweigt, überlässt das Feld denjenigen, die Aufklärung verhindern wollen.«
Die Betroffenen-Initiative ruft die deutschen Bischöfe dazu auf, sich in Rom für die Aufklärung der Vorgänge einzusetzen. Publik-Forum hat Bischof Bahlmann um eine Stellungnahme gebeten. Dieser verwies auf eine frühere Erklärung, wonach er Opfer einer Verleumdung geworden sei.

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