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Amira Sultan

Geflüchtete hätten es besonders schwer, angemessene psychische Unterstützung zu erhalten, sagt die Psychotherapeutin. Mit der Reform des Gesundheitswesens werde das Problem noch größer.
vom 22.06.2026
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Amira Sultan. (Foto: epd/ Lea Thomas)
Amira Sultan. (Foto: epd/ Lea Thomas)

Amira Sultan, Psychotherapeutin und Leiterin eines psychosozialen Zentrums für traumatisierte Flüchtlinge in Hannover, warnt vor zunehmender psychischer Belastung von Geflüchteten. Mit der Reform des Gesundheitswesen, die unter anderem in der Psychotherapie Einsparungen vorsieht, sieht Sultan die Versorgung gefährdet. Gleichzeitig nehme der psychische Druck auf Geflüchtete angesichts sich verschärfender Kriege und Konflikte in der Welt weiter zu. In ihrer offenen Sprechstunde beobachte Sultan unmittelbare Reaktionen, etwa nach den US-Angriffen auf den Iran. »Wir erwarten dann schon, dass mehr Farsi, also persischsprachige Personen wiederkommen«, sagte die Psychotherapeutin dem Evangelischen Pressedienst.

Menschen, die vor Krieg, politischer Verfolgung, Folter sowie familiärer Gewalt fliehen, erlebten auf den Fluchtwegen häufig Gewalt durch Schlepper, so Sultan. Sie müssten den Verlust von nahen Menschen, etwa durch Ertrinken im Mittelmeer, und monatelange Fluchtwege über Land verkraften. Die Menschen, die zu der Psychotherapeutin kämen, litten unter posttraumatischer Belastung, Sucht, Depressionen, Schlafstörungen oder Psychosen. Zudem sorge die Verschärfung des deutschen Asylrechts für Verunsicherung – sogar bei Geflüchteten, die über eine Aufenthaltserlaubnis verfügen. Eine Einordnung, ob sie selbst von den Verschärfungen betroffen sind, falle vielen aufgrund von Sprachbarrieren schwer. Die Sorge vor Abschiebungen führe bei den ohnehin schon traumatisierten Menschen zu Ängsten, so Sultan.

Während Psychotherapeuten insgesamt vor Einschnitten in der Versorgung durch die Gesundheitsreform warnen, seien Flüchtlinge schon jetzt stark benachteiligt. Für den Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik oder eine ambulante Psychotherapie würden zunächst einmal keine Kosten übernommen. »Was laut Asylbewerbergesetz übernommen wird, ist nur die Akutversorgung«, meint Sultan. Wer etwa Suizidgedanken habe, werde nach wenigen Tagen auf einer geschlossenen Station wieder entlassen. Eine anschließende Therapie werde nicht finanziert.

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