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Die Abrechnung

Erbschaftskonflikte offenbaren oft alte Wunden und tiefe Risse in der Familie
von Michael Hollenbach vom 26.01.2023
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Immer weniger
geben immer mehr

In Deutschland wurden 2021 – so die Schätzungen – zwischen 200 und 400 Milliarden Euro vererbt.
Allerdings sehr unterschiedlich: Im oberen Fünftel der Erben wurden durchschnittlich 80 000 Euro
pro Erbschaft weitergegeben. Die Spitzenerbschaften liegen im dreistelligen Millionenbereich. Rund die Hälfte der Bevölkerung erbt gar nichts oder zumindest nichts, was über die geltenden Freibeträge hinausgeht. Immer weniger Menschen geben immer mehr an die nächste Generation weiter. Vor zehn Jahren wurde nur halb so viel vererbt wie heute. Doch trotz aktueller Änderungen bei der Erbschaftssteuer: Die Allgemeinheit bleibt außen vor. So hat der Staat zwar 2021 knapp zehn Milliarden Euro
an Erbschaftssteuer eingenommen, aber das waren
gerade mal zweieinhalb Prozent der gesamten
vererbten und verschenkten Vermögensmassen.
Eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung hat jüngst vorgerechnet: In den vergangenen zwölf Jahren
bekamen 3630 superreiche Personen insgesamt 260 Milliarden Euro steuerfrei – aufgrund ausgeklügelter Steuermodelle. Auffällig ist, dass Frauen nur ein Drittel dieses steuerfrei übertragenen Vermögens erhalten. Und nur zwei Prozent (!) dieses Erbschaftsvermögens ging an Menschen im Osten
Deutschlands

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