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Wissenschaft & Spiritualität
Wem der Stern aufgeht

Die Geschichte vom Stern über Bethlehem rührt an die alte Frage, was der Kosmos mit dem menschlichen Schicksal zu tun hat. Zwei »Sterndeuter« von heute sinnen dem nach. Der eine glaubt an Gott, der andere nicht: Benediktinerpater Christoph Gerhard betreibt eine Klostersternwarte, Simon Strotmann arbeitet als Experimentalphysiker bei der ESA
von Christoph Gerhard vom 23.12.2020
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Faszination Sternenhimmel: Diese beeindruckenden Fotos hat Pater Christoph Gerhard in seiner Klostersternwarte in Münsterschwarzach gemacht
Faszination Sternenhimmel: Diese beeindruckenden Fotos hat Pater Christoph Gerhard in seiner Klostersternwarte in Münsterschwarzach gemacht

Der Stern von Bethlehem, der die Weisen aus dem Morgenland zum Kind in Israel führt, ist bis heute faszinierend, weil er an die uralte Frage rührt, welche Beziehung zwischen dem Kosmos und dem menschlichen Schicksal besteht. Die Datenlage, die das Matthäusevangelium zu diesem Himmelsphänomen bietet, ist allerdings dünn: Die Weisen folgten einem Stern, den sie im Aufgang gesehen hatten. Er ging vor ihnen her und blieb über dem Haus in Bethlehem stehen. Keine Angaben über Zeit oder Himmelsrichtung – und damit astronomisch nicht verwertbar. Kein Wunder, dass es so viele Theorien zu dieser Erscheinung gibt! War es eine Konjunktion von Jupiter und Saturn im Sternbild Fische in den Jahren 6 und 7 vor Christus, wie Johannes Kepler (1571-1630) vermutete? Oder hat sich das Matthäusevangelium am Horoskop des Kaisers Hadrian orientiert? Das zeichnete sich durch eine Bedeckung des Jupiters durch den Mond aus. Flankiert mit einer besonderen Planetenstellung hatte diese Konstellation eine bemerkenswerte Parallele mit einer Konstellation, die es kurz vor der Zeitenwende gegeben hatte. In der Rückschau konnte diese auf Jesus Christus und seine Geburt gedeutet werden. Auf der astronomischen Ebene lässt sich das Rätsel um den Stern von Bethlehem nicht abschließend klären.

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