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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2019
Respekt. Vertrauen. Versöhnung
Was der Mensch zum Leben braucht
Der Inhalt:

Sie wissen nicht, warum sie traurig sind

von Birgit Roschy vom 20.12.2019

Kino. Rémy kann nicht schlafen, und Mélanie schläft zu viel. Die beiden Singles laufen sich nicht nur beim Medikamentenkauf in der Apotheke ständig über den Weg. Sie wohnen sogar Tür an Tür, jedoch ohne sich gegenseitig wahrzunehmen. Von Anfang an ist zwar ersichtlich, worauf diese ruhig dahinmäandernde Großstadtromanze hinausläuft. Doch die Umwege der Handlung, die, mit Blick auf die Kirche Sacre-Coeur, im Pariser 18. Arrondissement angesiedelt ist, dienen nicht allein der Anbahnung eines amourösen Happy Ends. Es geht vielmehr um das Sich-selbst-Finden zweier trauriger Menschen, die anfangs gar nicht wissen, warum sie traurig sind.

Als der schweigsame Rémy nach einer Beförderung eine Panikattacke erleidet, muss er wohl oder übel zum Psychiater, der ihn mühsam zum Reden bringt. Die beruflich angespannte Biochem

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