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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2019
Mach mich unsterblich!
Der Plan von der Erschaffung des perfekten Menschen
Der Inhalt:

Leonard Cohens zweiter Abschied

von Jan Opielka vom 16.12.2019
Danke für den Tanz: Leonard Cohens posthum erschienenes Album »Thanks for the dance« feiert das Leben – im Angesicht des Todes
Schöpfte aus vielen Quellen: Leonard Cohen (Foto: pa/Yoan Valat)
Schöpfte aus vielen Quellen: Leonard Cohen (Foto: pa/Yoan Valat)

Die letzten Worte eines Menschen, in den finalen Tagen seines Lebens ausgedrückt, scheinen stets einen Hauch Mysterium in sich zu bergen. Wir, die Hiergebliebenen, können mitunter nicht anders, als in diesen Worten Spuren des Jenseits erspüren zu wollen, die uns womöglich so etwas wie erweiterte Wahrheiten offenbaren könnten. Die letzten Worte des großen kanadischen Songschreibers, Dichters und Sängers Leonard Cohen glaubten seine Anhänger bereits in den kalten Herbsttagen des Jahres 2016 vernommen zu haben. Damals brachte Cohen 82-jährig und wenige Wochen vor seinem Tod das Album »You want it darker« heraus. »Hineni – I’m ready, my Lord«, sang er mit tiefstem Timbre im Titelstück des hochgelobten Werkes. Cohen war bereit – und trat wenige Wochen später von der Bühne des Diesseits ab.

Besuch aus dem Jenseits

Nun aber hat sein Sohn Adam ein Album des Vaters herausgebracht, das wie ein zweiter Abschied Cohens wirkt – oder wie ein Besuch aus dem Jenseits. Einen Monat vor seinem Tod hatte der schwer krebskranke Künstler das Werk indirekt angekündigt. »Ich denke aber nicht, dass ich diese Songs werde beenden können«, sagte er damals gegenüber einem Reporter. Und rezitierte, mit geschlossenen Augen, einen der noch unvollendeten Songs. »Höre auf den Kolibri, dessen Flügel du nicht siehst. Höre nicht auf mich.« Zu diesem Zeitpunkt schwang in seiner Stimme, jenseits der bekannten, warmen und tonnenschweren Cohen-Tiefenschicht, großes Leiden hörbar mit; Leiden und Schmerz, denen er jedoch im finalen Akt seines Lebens nochmals leidenschaftliche Schöpfung entreißen konnte; Cohen sprach immer wieder von »Segen« und »Dankbarkeit«. Die Vollendung trug er seinem Sohn Adam auf. In seines Vaters letzten Monaten, sa

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