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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2019
Die Waffen nieder!
Pazifismus in kriegerischen Zeiten. Wie sich Sicherheitspolitik neu denken lässt
Der Inhalt:

Die Waffen nieder!

von Markus Dobstadt vom 15.11.2019
Pazifismus in kriegerischen Zeiten. Wie ernst sollen Christen die Bergpredigt nehmen?
Aus Panzern werden Friedenstauben. Wie kann die Welt gewaltfreier werden? (Foto: shutterstock.com/artsiri)
Aus Panzern werden Friedenstauben. Wie kann die Welt gewaltfreier werden? (Foto: shutterstock.com/artsiri)

Ein Holzkreuz steht auf einem Tisch mit weißer Tischdecke und Blumen darauf. Gut ein Dutzend Menschen hat sich davor versammelt. Sie singen, schweigen, zünden Kerzen an und beten. Im Hintergrund ein mit Stacheldraht bewehrter Zaun. Er umgibt den Fliegerhorst des Taktischen Luftgeschwaders 33 in Büchel. Ein 24 Stunden langer Gottesdienst beginnt. »Hier auf dem Fliegerhorst üben deutsche Soldaten, US-Atombomben ins Ziel zu fliegen und abzuwerfen. Dagegen protestieren wir«, sagt Matthias-Wilhelm Engelke. Der evangelische Pfarrer hat den Langzeit-Gottesdienst mitorganisiert.

Der Gottesdienst beendet eine zwanzigwöchige Aktionszeit gegen die in Büchel gelagerten zwanzig Atombomben. Bei einem Protesttag im Juni mit mehr als tausend Teilnehmern sagte Margot Käßmann, die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD): Es gibt »keinen ›gerechten‹ Krieg, nur gerechten Frieden. Und zum Frieden zu rufen ist Aufgabe der Kirchen.«

Doch wie radikal ist die Friedensbotschaft Jesu auszulegen? Darüber ist in den letzten Jahren in den Kirchen viel diskutiert worden. Auch die Synode der EKD in Dresden wird sich vom 10. bis 13. November damit beschäftigen, sie steht unter dem Motto »Auf dem Weg zu einer Kirche der Gerechtigkeit und des Friedens«.

Kirche und Militär waren lange Zeit eng miteinander verflochten. Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs verteidigten Katholiken wie Protestanten den Waffengang. Auch beim deutschen Angriff auf Polen gab es kaum Kritik von Kirchenführern. Heute dagegen lehnen die katholische wie protestantische Kirche den Einsatz von militärischer Gewalt ab. Doch sie mach

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