Engagement
In Deutschland gibt es so viele Vereine wie nie
Oft war vom »Ende der deutschen Vereinsmeierei« die Rede: Der moderne Freizeitmensch wolle unabhängig bleiben. Der Verein in der Krise? Aktuelle Zahlen deuten auf eine gegenläufige Entwicklung hin. Im März 2026 waren in Deutschland 628 992 Vereine im Vereinsregister eingetragen – dabei sind nicht formalisierte Gruppen wie Kegelclubs, Lauftreffs oder kleine Chöre noch gar nicht mitgezählt.
Das sei der höchste bislang erfasste Bestand an Vereinen, teilte der Stifterverband unter Berufung auf eine eigene Auswertung mit. Der Verein spricht von einer »neuen Vereinsdynamik«: »Wir finden in den Daten kein flächendeckendes Vereinssterben«, sagt Peter Schubert vom Stifterverband. 2024 habe es 13 434 Neugründungen gegeben, so viele wie seit fast zehn Jahren nicht mehr. Die Vereinslandschaft in Deutschland bleibe zentral für das freiwillige Engagement der Bürger und die Selbstorganisation der Gesellschaft.
Neugegründete Vereine sind am häufigsten im Bereich Kultur aktiv (16 Prozent). Religiöse und kirchliche Vereine im engeren Sinne verzeichnen einen Zuwachs von 4,8 Prozent.

