Wahl zum Abgeordnetenhaus
Berlin, teuer und nicht mehr so sexy
Die erste längere Zeit in Berlin verbrachte ich um die Jahrtausendwende. Und ich kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Ich war ja kein Provinzkind, bin in Hamburg aufgewachsen, jener wohlhabenden, leicht selbstzufriedenen Stadt im Norden. Aber was war denn hier in Berlin los, bitte? Auf den riesigbreiten Bürgersteigen hatten die Leute ihre Sofas gestellt, einfach so, und plauderten in den Tag hinein, angetrieben von diesen kleinen italienischen Espresso-Maschinen. Alle wohnten in ein wenig schrottigen, aber herrschaftlichen Altbauten, deren Miete offenbar nicht der Rede wert war, es wurde nicht darüber gesprochen. Und wenn es dunkler wurde, dann wurde die Stadt ein einziges Abenteuer. Man konnte in durchgestylte Bars gehen, oder in Kneipen, in der die DDR noch irgendwie in den Wänden hing. Im »Tacheles« flogen buchstäblich die Funken, weil jemand gerade an einem Kunstprojekt schweißte, während ein Typ im Anzug, einer in voller Nietenledermontur und eine Transe mit ’nem Bier in der Hand über die Weltlage diskutierten.
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