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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2020
Wem gehört Jesus?
Christen und Juden streiten um den Mann aus Nazareth
Der Inhalt:

So wird ein Schuh draus

von Markus Wanzeck vom 23.08.2020
Vor vierzig Jahren öffnete Heini Staudinger seinen ersten Schuhladen. Das Geld dafür lieh er sich bei Freunden. Heute leitet er die Waldviertler-Schuhwerkstatt, eine Anti-Globalisierungsfirma, die lokal, sozial und nachhaltig produziert.
Schrems, Österreich. Dominik Hobecker in der Fabrikhalle von GEA, dem Hersteller der Waldviertler Schuhe (Foto: Weiss)
Schrems, Österreich. Dominik Hobecker in der Fabrikhalle von GEA, dem Hersteller der Waldviertler Schuhe (Foto: Weiss)

Ihre ersten Schritte machen Schuhe, lange bevor sie getragen werden. In der Waldviertler-Fabrikhalle in Schrems, Niederösterreich, ist der erste Schritt das Einkleben der Hinterkappe, die das lederne Oberteil des Schuhs im Fersenbereich stabilisiert. Im zweiten Schritt wird das Oberteil bei hundert Grad Celsius in Form gepresst. Wichtig sei, dass keine Falten entstehen, sagt Barbara und nimmt den werdenden Schuh, einen wandertauglichen Lederstiefel, von der Alu-Form.

Zischen und Rauschen erfüllt die Halle. Es stampft, es hämmert, es riecht nach Leder und Kleber, und ab und an weht ein wenig Morgenluft durch die offenen Türen herein, während wir einen Waldviertler-Schuh beim Werden begleiten.

Schuhproduktion in Schrems: eine ziemliche Sensation. Ein Anachronismus. Viel zu teuer in globalisierten Zeiten. Spätestens gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts sind die deutschen, die schweizerischen, die österreichischen Schuhe nach Ostasien ausgewandert. Wie die Radios. Die Fernseher. Die Computer. Hier aber, in einer 5000-Seelen-Stadtgemeinde kurz vor der tschechischen Grenze nordwestlich von Wien, wurde die Zeit zurückgedreht.

Jaga heißt unser Schuh, F 43, Farbe »schoko«. 43 ist die Größe, F die Breite. F heißt: schmal. Jeder Schuh hat eine Nummer, die aufs Innenleder gedruckt ist. Unserer trägt die 31 191716 E43 00.

Als Nächstes bekommt der Jaga eine Brandsohle. Dafür ist Brigitte zuständig. Sie zieht einen Leisten aus dem Regal und steckt ihn in den Schuh. Tackert Leisten und Innensohle zusammen. Tack. Tack. Tack. So bleibt der Schuh während seines Werdens in Form. Dann zieht Brigitte eine Zwischensohle aus dem Regal und eine La

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