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»Mein Gott, was wird aus ihnen?«

Für die Abschiebebeobachter ist es bitter, mit ansehen zu müssen, wie verzweifelt die Menschen sind, wenn sie Richtung Flugzeug geführt werden. Kirchen begleiten Flüchtlinge auf ihrem letzten Weg zum »Ausgang Deutschland«
von Michael Hollenbach vom 26.07.2013
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Der Tod von Aamir Ageeb macht allen deutlich, dass sich was ändern muss. Immer wieder gab es in den 1990er-Jahren Kritik an dem Verhalten der Bundespolizei, wenn Menschen an deutschen Flughäfen abgeschoben wurden. Doch der Tod des 31-jährigen Sudanesen Aamir Ageeb am 28. Mai 1999 brachte das Fass zum Überlaufen. Aamir Ageeb starb – laut Autopsie – an einem »lagebedingten Erstickungstod«, nachdem die Polizisten den Gefesselten im Flugzeug heftig nach unten gedrückt hatten, um seinen lautstarken Protest zu ersticken. »Der Tod des Sudanesen war der Beginn der Abschiebebeobachtung«, sagt Andreas Lipsch. Er ist interkultureller Beauftragter der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau sowie der Sprecher des »Forums Abschiebebeobachtung am Flughafen Frankfurt«. In dem Forum, das alle drei Monate zusammenkommt, arbeiten neben der Bundespolizei die evangelische und die katholische Kirche sowie einige Hilfsorganisationen mit. Die europaweit erste Stelle einer Abschiebebeobachtung wurde – nach dem Tod von Aamir Ageeb – 2001 am Düsseldorfer Flughafen eingerichtet, in Trägerschaft der evangelischen Kirche, finanziert von der nordrhein-westfälischen Landesregierung. 2006 folgte Frankfurt, 2010 Hamburg – ebenfalls in kirchlicher Trägerschaft, aber auch finanziert von den Kirchen. »Es geht uns in dem Projekt darum, den Menschen, die abgeschoben werden, so nah wie möglich zu sein«, sagt der evangelische Pfarrer Andreas Lipsch und ergänzt: »Auch wenn man über die jeweilige Entscheidung zur Abschiebung streiten kann, wollen wir doch sicherstellen, dass sie menschenrechtskonform vollzogen wird.«

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