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Manifesta 16 Ruhr
Die Kunst der Nachbarschaft

In der Ruhrregion werden viele Kirchen nicht mehr liturgisch genutzt. Was soll mit ihnen geschehen? Die europäische Wanderbiennale Manifesta will aus den »Pantoffelkirchen« der alten Bergarbeiterquartiere neue Orte der Gemeinschaft machen.
von Anne Strotmann vom 07.07.2026
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(Foto: © Manifesta 16 Ruhr / Ivan Erofeev)
(Foto: © Manifesta 16 Ruhr / Ivan Erofeev)

Die Tiere liegen auf dem Boden der Kirche, als hätten sie dort Zuflucht gefunden. Draußen tobt die Hitzewelle, hier ist es kühl und ruhig. Der Schnabel eines Vogels steckt in einer Schale, als würde er trinken. Körner liegen als Futter bereit, daneben rosa Kissen für die erschöpften Vogelköpfe. Manchmal kommen Kinder und sorgen für die Tiere aus Stoff, liegen neben ihnen, malen ihnen Bilder. Unter einem Relief von Franz von Assisi, dem Schutzpatron der Tiere, liegen Kopfhörer. Wer sie aufsetzt, hört eine Geschichte. Davon, wie einst alle, Menschen und Tiere, die gleiche Sprache sprachen. Wie die Menschen die Tiere versklavten. Wie die Tiere flohen, kämpften, vor Gericht zogen. »Manche sagen, dass die Tiere die gemeinsame Sprache mit sich nahmen, als sie gingen«, heißt es. »Um sie wieder zu erlernen, müssten wir uns sehr viel Mühe geben. Wir müssten uns eingestehen, dass auch wir Tiere sind.«

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