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Meine Geschichte: Julie Lindahl
»Mich hat die Wahrheit stärker gemacht«

Schweigen, Scham und Familienlügen prägten Julie Lindahls (58) Kindheit. Erst die Aufarbeitung der NS-Familiengeschichte half ihr, sich davon zu befreien.
von Annette Lübbers vom 09.06.2026
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Wider das Schweigen: Erst die Erforschung ihrer eigenen NS-Familiengeschichte befreite Julie Lindahl von einer tiefen inneren Last. (Foto: Privat)
Wider das Schweigen: Erst die Erforschung ihrer eigenen NS-Familiengeschichte befreite Julie Lindahl von einer tiefen inneren Last. (Foto: Privat)

Schon als Kind habe ich gespürt, dass irgendetwas meine Familie »vergiftete«. Meine temperamentvolle Mutter trug eine schwere innere Last, für die es keine Worte gab. Ihre Stimmung schwankte zwischen wütend, frustriert und traurig. Daran gab ich mir die Schuld, und das machte mich traurig, ich begann mich zu schämen und wurde sehr still. Meine drei Jahre jüngere Schwester reagierte anders. Sie wurde immer wütender. Irgendwie hatte alles mit meinem Großvater zu tun, über den wir keine Fragen stellen durften.

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