Fremd im eigenen Haus
Ein Begriff macht die Runde: Kommunika tionsinfarkt. Selbst Medienwissenschaftler benennen den Zustand der öffentlichen Kommunikation mit dieser Alarm-Vokabel – spätestens seit die Massenmedien vom Pegida-Umfeld pauschal als »Lügenpresse« bezeichnet wurde. Doch anders als beim Herzinfarkt kommt etwas hinzu, das mit chirurgischen Eingriffen allein nicht zu bekämpfen ist: ein rapider Vertrauensschwund zwischen den professionellen Kommunikationsmittlern und einem beträchtlichen Teil der Gesellschaft. Im Bild gesprochen: Das Blut zirkuliert noch immer, die Informationen fließen reichlich, aber der lebenswichtige Sauerstoff gelangt nicht mehr an die richtigen Stellen.
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Thomas Meyer, geboren 1943,
ist emeritierter Professor für Politikwissenschaft an der Technischen Universität Dortmund. Er arbeitet als stellvertretender Vorsitzender der Grundwertekommission der SPD. Meyer ist zudem seit 2008 Chefredakteur der Zeitschrift Neue Gesellschaft Frankfurter Hefte. In seinem aktuellen Buch setzt er sich kritisch mit den Medien auseinander: »Die Unbelangbaren. Wie politische Journalisten mitregieren«. edition suhrkamp. 2015. 15 Euro
