Einer für alle, alle für einen?
Eine Studie der Bertelsmann Stiftung hat ergeben, dass die Menschen in den westdeutschen Bundesländern stärker zusammenhalten als im Osten. Ein Forscherteam der Jacobs University Bremen hat für den »Radar Gesellschaftlicher Zusammenhalt« Daten aus 25 Jahren ausgewertet. Das Ergebnis: Je größer Wirtschaftskraft und Wohlstand und je jünger die Einwohner, desto stärker ist der gesellschaftliche Zusammenhalt. Hamburg zählt zu den Spitzenreitern. Auch Bayern, Baden-Württemberg und das Saarland schneiden sehr gut ab. Die ostdeutschen Länder liegen weit hinten. Aber: »Auch im Osten hat sich der Zusammenhalt seit der Wiedervereinigung positiv entwickelt, nur langsamer.« Zu den Faktoren, mit denen das Forscherteam gesellschaftlichen Zusammenhalt gemessen hat, gehören das Vertrauen in Menschen und Institutionen, Solidarität und Hilfsbereitschaft, Einbindung in Familie und Freundeskreis sowie die Akzeptanz von Menschen mit anderen Wertvorstellungen. Die Studie belegt, dass die Akzeptanz gegenüber Homosexuellen in fast allen Bundesländern gestiegen ist. Zuwanderern hingegen begegnen die Deutschen immer noch mit Skepsis. Paradox, denn: »In den Bundesländern mit den höchsten Ausländeranteilen halten die Bürger am engsten zusammen«, so die Autoren.
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