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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2013
Die Suchbürger
Evangelischer Kirchentag: Offen, freundlich, unentschieden
Der Inhalt:

»Geld redlich einnehmen«

von Hartmut Meesmann vom 17.05.2013
Warum will der Dietrich-Bonhoeffer-Verein ein kircheneigenes Beitragssystem? Fragen an Pfarrer Karl Martin

Der Dietrich-Bonhoeffer-Verein fordert seit vielen Jahren ein kircheneigenes Beitragssystem. Warum findet dieser Vorschlag in den Kirchen keine Zustimmung?

Karl Martin: Die Kirchen sind regelrecht auf das Kirchensteuersystem fixiert. Sie wollen bewusst nicht auf alternative Vorschläge eingehen. Sie ahnen zwar, dass sich die Dinge irgendwann ändern werden, wollen dies aber möglichst hinauszögern.

Es gibt die Befürchtung, dass der Aufbau eines kircheneigenen Beitragssystems die Kirchen zu teuer kommen könnte.

Martin: Wir verweisen dazu auf eine schriftliche Erklärung von Katrin Göring-Eckardt, Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, aus dem Jahr 2011, nach der eine eigene kirchliche Steuerverwaltung nicht teurer käme als das Entgelt für den Einzug durch die Finanzämter.

Viele sehen im staatlichen Einzug der Kirchensteuer eine reine Dienstleistung des Staates. Geht es Ihnen nur um Symbolik?

Martin: Das ist keine reine Dienstleistung. Es wird den Arbeitgebern die Kirchenmitgliedschaft mitgeteilt, die Kirchensteuer wird vom Lohn abgezogen, bevor der Arbeitnehmer den Lohn überhaupt erhält. Das ist ein völlig inakzeptabler Eingriff in die Persönlichkeitsrechte. Er würde bei einem kircheneigenen Beitragssystem entfallen. Das ist für uns ein wichtiger Punkt.

Sie schlagen ein Übergangssystem vor, in dem das derzeitige Kirchensteuersystem und ein freiwilliger »Gemeindebeitrag« nebeneinander stehen. Gemeindebeitrag heißt, dass Menschen der Kirchengemeinde vor Ort ihr Geld geben. Was versprechen Sie sich von diesem Vorschlag?

Martin:So bekämen Menschen, die sich über die Kirchensteuer ärgern – und das sind nicht wenige –, eine vernünftige Alternative, um die Kirche nicht verlassen zu müssen. Aber ich räume sofort ein: Es wäre zugleich ein erster Schritt des Ausstiegs aus dem bisherigen System. Deshalb werden sich die Kirchenleitungen gegen diesen Vorschlag wehren. Unterstützung erhoffen wir uns von der kritischen Öffentlichkeit.

Ein weiterer Vorschlag Ihres Vereins ist, dass die Beitragspflicht erst mit der Religionsmündigkeit einsetzen soll. Warum dies?

Martin: Wir trennen zwischen der Kirc

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