Die schwierige Bibel
Nur das, was uns passt?

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Dieses bischöfliche Anforderungsprofil dürfte konservativ-traditionell geprägte römisch-katholische Ohren irritieren beziehungsweise ärgern oder stören. Dass der Bischof ein Mann zu sein hat: auf jeden Fall, unbedingt – dass der Bischof verheiratet zu sein hat: das passt gar nicht und widerspricht den aktuellen kirchlichen Bestimmungen inklusive Zölibatsforderung. Entsprechend dürfte auch die Fortsetzung in 1 Tim 3,4-5 zur Stolperstelle werden: »einer, der seinem eigenen Haus gut vorsteht, der seine Kinder hält in Gehorsam mit aller Ehrbarkeit – wenn aber einer seinem eigenen Haus nicht vorzustehen weiß, wie wird er für die Kirche Gottes sorgen?«
Offensichtlich wird nicht auf alle Traditionsbestandteile gleichgewichtig argumentativ rekurriert, sei es nun in Fragen der Glaubenslehre wie a
Christian Schramm, geboren 1977, ist Privatdozent an der Uni Bonn und lehrt Neues Testament in Hildesheim und Hannover. Wenn Sie eine Bibelstelle ausgelegt haben wollen, schreiben Sie an: [email protected], Stichwort Bibelstelle.




Günter Siener 10.05.2026, 10:43 Uhr:
Vielen Dank, Herr Schramm, für Ihre klaren Worte zur Vielfalt der Bibel und zum Auswahlverfahren der Kirchen in der Geschichte bis heute. Wie schön wäre es doch, wenn der Wert der verschiedenen Zugänge zur einen Wahrheit für die Gegenwart erkannt würde. Wir könnten doch auch mit verschiedenen Auslegungen und Schwerpunkten gut miteinander leben, weil wir uns alle umfangen wissen von dem, der uns liebt. Uniformität und Gleichschritt stoßen viele ab, sie sind nicht hilfreich für das Reich Gottes. Schauen wir doch in die Natur, die Vielfalt ergibt erst ihre Schönheit.
Georg Lechner 30.04.2026, 17:40 Uhr:
Gerade 1 Tim 3 ist ein Beispiel für die Zeitbezogenheit (Männer als Amtsinhaber im Fokus, wie es dem damaligen Verständnis entsprach), dennoch grundsätzlich das Diakonat auch für Frauen offen (ab Vers 11) mit dem analogen Anforderungsprofil.